Über Kritikunfähigkeit und Transmisogynie des „4. Transgender Film Festivals“

Vom 14. – 17. April 2016 wird in Kiel das sogenannte „4. Transgender Film Festival“ im Traumkino stattfinden. Auf Facebook wurde dazu die folgende Veranstaltung „4. Transgender Film Festival“ erstellt.

Was anfangs nach einer super Sache klingt, um Filmen mit Trans-Inhalten angemessenen Raum zu geben, enttäuscht nach einem kurzen Blick in die Beschreibung der Veranstaltung:

CW: In folgendem Text werden folgende Dinge angesprochen: cissexismus, transmisogynie, sexualisierte Gewalt, interfeindlichkeit, white washing. 

 
Bildschirmfoto 2016-02-01 um 19.34.02

Es erschließt sich mir nicht ganz, was die Absicht des_r Veranstalter_in_nen mit dem Satz: „Jeder Mensch hat männliche und weibliche Anteile: Finde es heraus“ sein soll, außer damit Cissexismus und binäre Zuordungen zu reproduzieren.

Auch die Filmwahl ist alles andere als angebracht, sind neben „The Danish Girl“ (Cissexismus, Transphobie, Transmisogynie, Intersexismus, Intererasure, „forced feminization“-trope, Cis-Mann spielt Trans-Frau), auch „Stonewall“ (Transerasure, Whitewashing, Cissexismus) & „The Rocky Horror Picture Show“ (Validierung von sexualisierter Gewalt, Cissexismus, Intersexismus, Transphobie & Transmisogynie, Entfremdung [alienation] von Trans-Personen und deren Gleichsetzen mit Aliens) in der Liste aufgeführt.

Am Sonntag Abend, 31.01.2016, fiel seitens einer trans-femininen Person, ihr Name ist Kay, Kritik aufgrund der Filmwahl geäußert.

kay

 

Es standen, wie bereits erwähnt, sowohl „The Danish Girl“, „Stonewall“ & „The Rocky Horror Picture Show“ auf der Liste.

Ein paar Trans-/Transfeminine Personen unterstützen Kay mit Kritik zu diesen Filmen (leider schon auf dem Screenshot von der_m_n Veranstalter_in_nen entfernt).

Dieser Post wurde unkommentiert gelöscht und Kay von der Veranstaltung blockiert- keine Stellungnahme, keine Entschuldigung, transmisogyny at its best.

Daraufhin folgte ein post von mir, indem ich sehr deutlich nach einer Stellungnahme forderte. Dieser wurde von mehreren Personen geteilt und unterstützt.

Wieder folgte keine Antwort, oder besser gesagt es gab eine – und zwar wurde der Post einfach wieder unkommentiert entfernt.

Es folgte ein weiterer Post von mir, wieder auf der Veranstaltungsseite und auf meiner privaten Pinnwand geteilt, diesmal mit Screenshots von den vergangenen Kommentaren und geteilten Beiträgen, unter anderem auch ein Beitrag von Andy M. darüber.

Der HÖHEPUNKT war nun, dass, sobald dieser Beitrag + Screenshots auf der Veranstaltungsseite gelandet war, dieser schneller entfernt wurde, als dass ich ihn teilen und ordentlich, dass die Bilder zu sehen waren, screenshoten konnte.

Nach diesem erneuten Versuch, eine Antwort zu erhalten, wurde nun auch ich geblockt.

Heute, Montag 01.02.2016, folgten weitere Personen, welche auf die Geschehnisse aufmerksam geworden sind, mit Beiträgen auf der Veranstaltungsseite.
Jedoch folgte nicht nur support von Personen, sondern es wurde auch weiterer Cissexismus, Transphobie und vorallem Transmisogynie (nicht unausgesprochen sollte die Fetischisierung von Trans-Personen in einem Beitrag in dieser Diskussion bleiben) reproduziert.

Ilgen, woman of color, cis und Mitglied von leckmuscheln*, wurde nachdem sie ebenfalls von dem_r_n Veranstalter_in_nen blockiert wurde, wieder entblockt.

Eine Frage, die uns beschäftigen sollte, ist, wieso eine Cis-Person wieder entblockt wird, Kay und ich als Trans-Personen, jedoch immernoch geblockt sind, uns der Zugang zu Diskussionen und einer eventuellen Klarstellung, wie sooft versagt bleibt.

Falls mensch sich fragt, ob seitens dem_r_n Veranstalter_in_nen sonst eine Reaktion kam, kann ich nur enttäuschend sagen: Nein.

KEINE ANTWORT,
KEINE STELLUNGNAHME,
KEINE ENTSCHULDIGUNG,
KEIN ZEICHEN, ETWAS AN DER FILMWAHL ZU VERÄNDERN!

Das Einzige, was uns mitgeteilt wird, ist mal wieder, wie Trans-Personen und vor allem Trans-feminine Personen/ Trans-Frauen gesilenced (zum Schweigen gebracht) und ausgeschlossen werden.

Wir dürfen die Personen, welche dafür verantwortlich sind, auf keinen Fall mit dieser (Transfeindlichkeit, vorallem aber explizit [!]) Transmisogynie davon kommen lassen.

transmisogyny is not up for discussion!

Nicht gestern, nicht heute, nicht morgen- und vorallem nicht 2016.

‪#‎stoptransphobia
‪#‎stoptransmisogyny
‪#‎stoptranserasure
‪#‎silencingtransppl2k16

Text von Patrick.

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