Monogame beziehungen, vertrauen und betrug

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***english version below***

ich habe in letzter zeit sehr oft über diese themen nachgedacht. der anlass dies niederzuschreiben ist jedoch eine reihe von bildern die im internet kursieren und auch an mir nicht vorbeifanden. In diesen bildern sieht man das gesicht einer sehr unbeeindruckten person die ihre augen rollt. Die überschrift lautet „wenn er sagt, das du das einzige mädchen bist mit dem er spricht.“

so etwas bringt mir schlaflose nächte da ich jemand bin der dazu neigt sich über alles, wirklich alles den kopf zu zerdenken, und nun habe ich mich entschieden all das zu papier zu bringen. ich war oft in gesprächen mit einbezogen mit menschen in monogamen beziehungen, wo darüber gesprochen wurde, was man den partner*innen erlaubt, oder nicht erlaubt zu tun. (in den nächstgenannten beispielen handelt es sich nur um heterosexuelle cis personen) sie sprachen von ihrer wut, wenn ihr freund mit seinen weiblichen freundinnen nachrichten schrieb oder mit ihnen zeit verbrachte. sie sprachen darüber, das sie ihren freund nicht alleine auf partys gehen lassen denn „er könnte mich ja betrügen“. oder auch, das ihr freund ihnen alles zeigen muss was er auf sozialen netzwerken tut, denn „er könnte ja mit anderen frauen flirten oder ihre bilder liken“. das gleiche verhalten haben deren freunde aber auch ihnen gegenüber. es kamen auch situationen zur sprache, in denen den freundinnen nicht erlaubt wurde in einem kurzen rock das haus zu verlassen, denn „andere männer könnten versuchen dich anzubaggern“ oder wo es nicht gern gesehen wird wenn sie ihre männlichen freunde umarmen. diese liste der beispiele womit partner*innen sich in monogamen beziehungen einschränken oder gar fesseln ist endlos lang und bevor ich sie ausführe stoppe ich hier, denn ich glaube jede* r hat verstanden was ich meine, oder war vielleicht selbst einmal in solchen gesprächen miteinbezogen. für meine gefühlswelt war so etwas mitanzuhören und zu sehen erschreckend.

ich habe die erfahrung gemacht so eine extreme art der besitzergreifung nur in monogamen beziehungen anzutreffen. ich selbst führe eine monogame beziehung mit meinem partner, jedoch nicht diese art der monogamie, wie sie in dem beispiel der oben genannten , sehr ungesunden beziehungen geschildert wird. manche menschen tendieren dazu, zu glauben, ihre partner*innen seien ihr eigentum. das sie entscheiden könnten was sie tun, und was sie nicht tun. was ist da los, leute? menschen sind keine objekte, sie sind keine küchenstühle oder irgendetwas dieser art. menschen sind nichts, was man besitzen kann. und solch eine art der beziehung, wie sie oben beschrieben wird, ist gift. es fehlen grundlegende dinge wie die persönliche (entscheidungs-)freiheit eines jeden menschen, vertrauen und offensichtlich selbstbewusstsein.

oft frage ich mich was betrug bedeutet, oder eher gesagt, fremdgehen. und weshalb existiert so etwas denn überhaupt? wahrscheinlich ist da das erste, was menschen bei dem wort ins gedächtnis gerufen wird so etwas wie küssen, rummachen oder sex. physischer kontakt mit einer anderen person als die, mit der man zusammen ist. also bedeutet fremdgehen das ignorieren der unterschwelligen vereinbarung das den partner*innen nicht erlaubt ist, solche dinge mit anderen personen zu tun? denn das wäre eine missachtung dessen und du entscheidest ja, was deine partner*innen tun dürfen, richtig? und was ist mit nicht-physischen situationen? die partner*innen könnten eine sehr intime unterhaltung haben mit einer anderen person, wo die tiefsten und geheimsten gedanken ausgetauscht werden und eine vertrauensbasis dabei entwickelt wird. was, wenn die partner*innen romantische gefühle für die andere person entwickeln? ist das auch fremdgehen?

was ich denke, ist, das es ein sehr weites spektrum gibt, was menschen in monogamen beziehungen für vereinbarungen untereinander setzen um klarzustellen, was die partner*innen dürfen, und was nicht. und bei dem gedanken wird mir richtig unwohl. allein die vorstellung das eine person in einer liebenden beziehung sich das recht rausnimmt der anderen person zu sagen was sie darf, und was nicht. ich meine, wir sind menschen. und wie wir alle mittlerweile mitbekommen haben sollten, sind menschen komische gestalten, menschen sind abgefuckt und menschen tuen seltsame dinge. Und wir haben gefühle. gefühle kommen und gehen. gefühle sind unberechenbar und jedes gefühl ist anders als das andere. wenn du freund*innen hast, dann liebst du deine freund*innen auf so viele arten und weisen, und du liebst nicht jede*n gleich. jede*r freund*in macht in dir ein einzigartiges gefühl. das ist keine skala wen du „mehr liebst oder weniger“. meines erachtens nach gibt es diese skala nicht einmal. und die liebe, die du für deine partner*innen hast in deiner beziehung ist nicht automatisch wichtiger als die liebe für deine freund*innen, sie ist nur eben anders.

teil einer monogamen beziehung sein ≠ nur für die partner*innen gefühle haben

in diesem gespräch in das ich involviert war (von dem ich am anfang schrieb), sagte uns eine dieser personen das sie sehr verletzt war als ihr freund den abend mit einer seiner weiblichen freundinnen verbrachte, und sie filme schauten und letztenendes im selben bett schliefen. jede person um mich herum war sehr verständnisvoll ihr gegenüber. es schien, als sei ich die einzige, die da nicht mitging und sehr verwirrt in der gegend stand. es würde mich sehr freuen wenn mein partner einen tollen abend mit seiner freundin hatte, ich würde fragen wie der film war und er würde mir davon erzählen und gemeinsam würden wir sein glück teilen. es ist sehr, sehr wichtig das menschen miteinander reden können, und es mag nun klischeehaft klingen, doch jede person sollte den raum haben das zu sagen, was gefühlt und gedacht wird. das ist es, was in einer beziehung vertrauen schafft. eine transparenz zwischen zwei menschen und das wissen, das alles gesagt werden kann.

fun fact: du kannst andere menschen wunderschön finden und richtig toll und attraktiv und heiss und fantastisch und gerne mit ihnen nächtelang coole sachen machen wollen und du kannst dich verkucken in andere menschen und du kannst fantasien haben wo du andere menschen küsst oder mit ihnen sex hast oder mit mehr als einem menschen oder mit allen zusammen und was auch immer. bedeutet das auch automatisch das du auch den wunsch hast das auszuleben mit einer anderen person, als mit der person, mit der du eine monogame beziehung führst? oder bedeutet es lediglich das du ein mensch bist der gefühle hat? leider können die meisten menschen in monogamen beziehungen eben genau diese denk- und lebensweise nicht verinnerlichen oder zusammen mit den partner*innen verbalisieren, und aufgrund ihrer selbst auferlegten vereinbarungen ist nicht einmal raum dafür da. also bevorzugen menschen es, diese fantasien, die zu einem wunsch werden können auszuleben, ohne das wissen der partner*innen, was wiederum zu sehr schrecklichen gefühlen führen kann. all das kann verhindert werden.

um es in kurzen worten zu erklären:

wenn zwei menschen eine gesunde monogame beziehung miteinander haben, willigen sie nicht ein, das eigentum der anderen person zu sein. beide sind unabhängige individuen die, tatsächlich, auch physische oder emotionale gefühle anderen menschen gegenüber haben können, ohne den wunsch zu haben diese gefühle mit anderen menschen auszuleben.

*ich möchte mit diesem text niemanden diskriminieren oder falsche informationen weitergeben. es ist lediglich eine ansammlung meiner gedanken. Ich bin offen für kritik*

Monogamous relationships, trust and cheating

i thought a lot about these things lately. the reason why is actually a photo in the internet showing the face of an very unimpressed person rolling their eyes, with the caption ‘‘when he tells you that you’re the only girl he talks too.’‘

this is something that leads to sleepless nights because i tend to overthink everything. and now i write my thoughts down. i was often involved in conversations between people talking about what they do allow and do not allow their partners to do. talking about how they get angry when their boyfriends write messages with their female friends or hang out with them. and talking about how their boyfriends never go out to a party without them ‘‘because he could cheat on me’’. talking about that their boyfriend must show them everything they do on social media just to be sure he is not ‘‘flirting with other girls or likes their pictures’‘. same for the boyfriends , for example they get angry when the girlfriends wear short skirts because ‘‘other men will try to hit on you’‘ or hug their male friends. i could go on with a lot more examples of situations but i don’t want to write an endless text only about that because i think you all know what i am talking about and maybe have been in this kind of conversations too.

i think this is pretty scary and i do only find that kind of possession in monogamous relationships. this may be confusing because i am in one too, but these kind of relationship i described in the text above is an example for a very, very unhealthy type of relationship. some people have the tendency to think that their partners are their property. that they can decide what they can do and can not do. like, what the fuck? people are not objects, they are not your kitchen chair or something like that. people are not something you can own. and this kind of relation between two people is toxic. there is a lack of personal freedom, trust, and obviously a lot self-confidence.

i often ask myself how people define cheating, and, why does this even exist? the first thing that most people think of is kissing, making out with someone or sex. physical contact with another person than that person you have a relationship with. so cheating means ignoring the subtle agreement that your partner is not allowed to do these things with other people? Because this would be disregarding and you are the one who decides what your partner is allowed to do, right? and what about situations which are not physical? your partner could have a very intimate conversation with someone where they tell another person their deepest thoughts and trust each other. what if your partner falls for them? is this cheating too?

i think, there is a very huge spectrum where monogamous people make agreements what their partners are allowed to do and what not. and this is where I feel really awful. Imagining that someone decides over another person. we are humans. and as we all know, humans are very weird and fucked up and do strange things. and we have feelings. feelings come and go, feelings are unpredictable and every feeling is different from each other. when you have friends, you love your friends in so many ways and you do not love everyone the same, you have for every person an unique feeling. this isn’t a scale who you ‘‘love more or less’‘. i think that scale doesn’t even exist. and the love you have for your partner in your relationship isn’t automatically more important than the love you have for your friends, it is just different.

being in a monogamous relationship ≠ only having feelings for the partner

in these conversations i was involved (in the beginning of this text) one of these people told us she was very hurt when her boyfriend spend the evening with his female friend and they watched films together and slept in the same bed. everyone around me felt so sympathetic towards her, and i seemed to be the only one who couldn’t understand why she was hurt. i would be so happy if my partner told me he had a nice evening with his friend. he would come to me and tell me everything about it and i would smile and be delighted for him. it is important that people can talk to each other, and even if it might sound cliche, it is important that both know that they can bring up everything they feel and think. this is what builds trust. when there is transparency between two people and you can say what you want to say.

fun fact: you can find other people beautiful and nice and attractive and hot and amazing and wanting to spend a bunch of cool nights together and having a crush on someone and you can fantasize about kissing someone or imagining having sex with them or with more than one person and with everyone and whatsoever. and does that mean that you automatically have the urge to do these things with any other person than your partner? or does that mean that you are a person with feelings? but most people in monogamous relationships do not internalize and verbalize it and because of their self-imposed agreements there is even no space for it, so they prefer to act out their feelings without their partner knowing. this leads to a lot of bad feelings which could have been prevented.

to explain it in a few words:

if two people have a healthy monogamous relationship with each other, they do not agree to be each others property. they are two independent human beings that, in fact, can have physical and deeply emotional feelings for other humans too, but do not have the urge to act them out with them.

*with this text i want to share my thoughts on this topic. i try not to offend anyone or write false information. if so, you can correct me*

von Sara.

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